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Die Huthi fordern eine Umweltkatastrophe im Jemen heraus

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Umweltkatastrophe
IIC Berlin

Die Huthi – Seit 2015 schwimmt eine potenzielle Umweltkatastrophe vor der Küste des Jemen. Vor fast sieben Jahren kaperten die Huthi-Rebellen, mit der Eroberung des westlichen Jemen, auch einen Öltanker, der seitdem vor sich hinvegetiert. Im Mai 2020 drang bereits Wasser in den Maschinenraum ein. Die Huthi, eine Kriegspartei im Jemen, lassen weder Wartungen noch eine Bergung zu.

 

Neben einer humanitären droht eine ökologische Krise

Mit der Eroberung des Jemen durch die Huthi und der sich damit verschlimmernden Kriegssituation im Land, kaperten die Rebellen im Jahr 2015 einen Öltanker vor der Küste des Jemen im Roten Meer, um ihre Macht weiter auszudehnen. Die über 40 Jahre alte FSO Safer (Floating Storage and Offloading Terminal) wurde als Ölübergabeterminal genutzt, diente also als eine Art Lagerplatz für Öl. Und ein solcher Lagerplatz beherbergt in der Regel mehrere Millionen Liter Öl. In diesem Fall handelt es sich um über 160 Millionen Liter.
Die Huthi-Miliz verhindert seitdem regelmäßige Wartungen an dem Schiff und somit sind drohende Lecks sowie Explosionen wahrscheinlich, die Folgen wären fatal. Das Nature Sustainability Magazin zeigte in einer Studie mögliche Folgen einer Ölpest auf, die sogar noch größer wären, als die Katastrophe von 1989 vor der Küste Alaskas. Damals verlor die Exxon Valdez rund 40 Millionen Liter Öl.

 

Was für Folgen hat das auf Umwelt und Menschen?

Öllecks am Schiff bedeuten nicht nur die Zerstörung des Ökosystems im Roten Meer, sondern würden die humanitäre Krise im Jemen noch schlimmer machen.

Eine Ölkatastrophe hätte eine langfristige Schließung aller Häfen im Jemen zur Folge. Humanitäre Hilfen, die den Jemen seither über die Häfen am Roten Meer erreicht, könnten nicht mehr ins Land gelangen.

Ein wichtiger wirtschaftlicher Sektor im Land ist die Fischerei. Mit einer Ölkatastrophe würde diese komplett wegfallen, genauso wie eine Frischwasserzufuhr für über neun Millionen Menschen und die Zufuhr von Lebensmittel für über fünf Millionen Menschen. Das Land importiert nämlich über 90 Prozent seiner Lebensmittel. Dabei leidet der Jemen bereits jetzt an einer erschreckenden Hungersnot. Über 400.000 Kindern droht der Hungertod.

Darüber hinaus importiert Jemen über 90 Prozent seiner Treibstoffe, die auch gebraucht werden, um frisches Wasser durch Grundwasserpumpen zu fördern.
Außerdem hält die Nature Sustainability eine Luftverschmutzung mit kurzfristigen gesundheitlichen Effekten für die Bevölkerung für wahrscheinlich.

Die Huthi fordern somit eine der schlimmsten Umweltkatastrophen und noch größeres Leid auf Seiten der Bevölkerung heraus.

Auf den Grafiken wird eine mögliche Ausbreitung des Öls im Roten Meer, im Falle eines Austretens, aufgezeigt.

Huthi
Quelle: nature.com

Verhandlungen mit den Huthi gestalten sich als schwierig

 

Die Vereinten Nationen befinden sich schon seit Längerem in Gesprächen mit der Huthi-Miliz, um eine Wartung des Schiffes zu verhandeln. Allerdings konnte die Rebellen bisher kein Vorschlag überzeugen. Es geht hauptsächlich um den Wert, den das Schiff mit sich trägt. Denn das Öl ist zwischen 40 Millionen und 80 Millionen US-Dollar wert, welches die Huthi nicht mit der jemenitischen Regierung teilen wollen, wie von der UN vorgeschlagen.

 

Des Weiteren bietet der Iran, der die Huthi mutmaßlich unterstützt, seine Hilfe an. Die jemenitische Regierung lehnt dies aber, aus Angst, dass das ganze Ölgeld beim Iran landet, ab.

Nun schaltete sich die Fahem

 Group ein, eine jemenitische Getreidehandelsfirma, die den Dollar-Wert des Öls aufbringen will, um die Huthis auszuzahlen. Dann soll eine problemlose Bergung des Öls stattfinden.

Eine schnelle Lösung muss gefunden werden, denn je länger das Schiff vor der Küste liegt, desto größer ist die Gefahr einer Umweltkatastrophe, die nicht nur schwere ökologische Folgen hat, sondern auch humanitäre. Das wäre umso gravierender, da die humanitäre Situation im Jemen ohnehin schon elendig ist.
Eine Vormachtstellung sowie Geld scheinen den Huthi wichtiger, als das Wohl der Bevölkerung, die sie zu regieren versuchen.

IIC Berlin