Angriffe auf das libanesische Gas im Mittelmeer
IIC Berlin

S. Hegazy

Stimmt es, dass es regionale Angriffe auf die libanesischen Gasgebiete im Mittelmeerraum gibt? Ist es wahr, dass ein Land einen Teil des libanesischen Gases beschlagnahmt und nach der Verflüssigung wieder exportiert?

Was ist dran an der Verletzung des libanesisch-israelischen Abkommens in dieser Angelegenheit?

Die Frage des Gases im Mittelmeer ist zweifellos ein sensibles Thema. Die Beteiligten haben unterschiedliche Auffassungen über die Abhängigkeit von diesem Gas und die geografischen Überschneidungen in den Meeresgewässern. Dennoch haben die Parteien, die von diesem Gas betroffen sind, versucht, die Probleme zu lösen und entsprechende Abkommen zu unterzeichnen, um zukünftige Streitigkeiten zu vermeiden. Es ist wichtig, diese Frage zu klären, um etwaige Missverständnisse aufgrund ungenauer Äußerungen zu beseitigen.

Erstens ist Israel weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart in den libanesischen Block Nr. 9 eingedrungen, hat kein Gas dort gefördert und wird dies auch in Zukunft nicht tun, sofern sich die politische Landkarte nicht ändert.

Im Oktober 2022

wurde ein Abkommen zur Festlegung der Seegrenzen zwischen Libanon und Israel unterzeichnet und von den Vereinten Nationen als internationales Abkommen bestätigt. Gemäß diesem Abkommen wurde die Grenzlinie des libanesischen Blocks Nr. 9 als Seegrenze zwischen beiden Ländern festgelegt. Das israelische Karish-Feld befindet sich 9 bis 14 km von dieser Seegrenze entfernt und liegt nicht innerhalb des Blocks Nr. 9.

Zweitens haben Libanon und Israel vereinbart, die Regeln und Standards des internationalen Abkommens umzusetzen, das auch für Felder im Arabischen Golf anerkannt und angewendet wird, insbesondere das Partnerschafts- und Quotenabkommen.

Es gibt eine Vereinbarung, dass Total Energy, der Konzessionär des Blocks Nr. 9, und seine Partner die Entscheidungsträger sind, wenn es zu Überschneidungen bei zukünftigen Gasexplorationen kommt und die Seegrenze im libanesischen Qana-Feld nahe der Seegrenze überschritten wird.

Daher ist die Behauptung, dass Israel libanesisches Gas aus libanesischen Gewässern fördert und exportiert, unzutreffend. Israel hat sein Gas bisher nicht exportiert, außer über Aufbereitungs- und Verflüssigungsstationen sowie spezialisierte Häfen für Flüssiggastanker in Adku und Damietta in Ägypten. Die schwimmende Station im israelischen Karish-Feld dient der Aufnahme, Lagerung und dem erneuten Beladen des geförderten Gases in Flüssiggastanker.

Es gibt bisher keine Beobachtungen oder Hinweise darauf, dass Israel bereits mit der Förderung oder dem Export von Gas aus dem Karish-Feld begonnen hat, das sich in den genehmigten israelischen Gewässern befindet und keine libanesischen Gewässer sind. Tiefseefelder haben keine sichtbaren Anlagen über der Meeresoberfläche, da sich die gesamte Produktionsausrüstung auf dem Meeresboden befindet. Tiefseefelder benötigen nur Schutz während der Erkundungs- und Produktionsbohrungen.

 

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IIC Berlin