Der russisch-ukrainische Krieg hat viele regionale und internationale Gewichtungen aus dem Gleichgewicht gebracht und tut dies auch weiterhin.
Es wird die geben, die den Preis in Form von Verlusten zahlen, und die, die Gewinne verzeichnen werden.
Die Türkei möchte außerhalb der beiden Listen stehen. Unter dem Dach der Nordatlantikpakt-Organisation (NATO) werden Stimmen laut, dass der türkische Vorbehalt, Schwedens und Finnlands Mitgliedschaft im Bündnis zu akzeptieren, zum Glück nicht das Niveau russischer Ablehnung und Unnachgiebigkeit erreicht. Ankara spricht nämlich von Bedingungen und Forderungen, die diskutiert und verhandelt werden können, während Moskau droht, dass der Beitritt der beiden Länder zum Bündnis ein Schritt wäre, der langfristig schwerwiegende strategische Konsequenzen hätte.
Dennoch: Ankara fordert Stockholm und Helsinki auf, ihre Politik im Umgang mit etwaigen terroristischer Organisationen zu überprüfen, die die nationale Sicherheit der Türkei bedrohen könnten, wie etwa die Gruppen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), die Kader der Kurdischen Schutzeinheiten (YPG) und die Überreste der „Paralleleinheit“, die mit Fethullah Gülen verbunden ist, der dorthin geflohen ist. Sie wirft den skandinavischen Ländern öffentlich vor, seit vier Jahrzehnten vielen in der Türkei gesuchten Flüchtigen, Schutz und Fürsorge zu gewähren, ohne eine Lösung für dieses Dilemma zu finden.
Die Ukraine – Krise ist eine Gelegenheit für die Türkei, die wertvolle Karte gegenüber Schweden und Finnland auszuspielen, ihren Forderungen nachzukommen und ihnen im Gegenzug den Weg für ihre Mitgliedschaft in der Allianz zu ebnen.
Zur Position der Türkei und zur Überwindung ihrer Vorbehalte gegenüber der Aufnahme Schwedens und Finnlands, sagt NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, dass die Türkei ein wichtiger Verbündeter sei. Er habe aber nicht die Absicht, die Mitgliedschaft der beiden Länder zu behindern: „..wir werden uns zusammensetzen und reden, wie wir es immer in der NATO getan haben.“
Aber es scheint, dass die NATO-Staaten die Positionen der türkischen Führung unterschätzen die sich klar sind: „Wir werden nicht zweimal an derselben Stelle gestochen, und nicht befürworten, dass Sanktionen gegen die Türkei verhängt und terroristische Gruppen unterstützt werden, die ihre Sicherheit und Stabilität bedrohen. Insbesondere Schweden ist ein Brutzentrum für diese Organisationen, die die Gelegenheit finden, von ihren Kanzeln zu gegen die Türkei zu propagieren.
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Das türkische Justizministerium beispielsweise gibt bekannt, dass es mehr als 30 Anträge auf Rückholung von Terrorkadern eingereicht hat – alles türkische Staatsbürger, die in Stockholm und Helsinki Zuflucht gesucht haben. Aber die beiden Hauptstädte weigern sich, auf die türkischen Erpressungen einzugehen.
Ankara freut sich auf ein echtes westliches Engagement zur Beschleunigung der politischen Lösung in Syrien, das allein viele seiner finanziellen, sicherheitspolitischen und politischen Lasten trägt.
Der türkische Umschlag ist offen und direkt an Stockholm und Helsinki adressiert, aber der Umschlag ist weit wichtiger als das, und er bezieht sich auf alle atlantischen Länder, insbesondere die Vereinigten Staaten.
Ankara weiß, dass es schwierig und kostspielig sein wird, sich mit der Verständigung von 29 NATO-Staaten über die Annahme der Mitgliedschaft von Schweden und Finnland auseinanderzusetzen, möchte aber auch, dass andere wissen, dass das Veto in seinen Händen liegt.
Ankara ruft öffentlich dazu auf, in den Akten der terroristischen Organisationen, die es bekämpft, und denen Finnland und Schweden heute Immunität gewähren, nach der Weise der Türkei zu lesen. Aber die Pfeile der Türkei zielen in mehr als eine Richtung, und in welche Richtung es sucht, ist weiter und viel wichtiger als das.
Sie fordert zunächst, dass alle NATO-Staaten ihre Positionen und Politiken gegenüber den Elementen der Workers‘ Party und der „Syrian Democratic Forces“-Gruppen im Osten des Euphrats überdenken und die ihnen gewährte finanzielle, logistische und politische Unterstützung einstellen.
Zweitens will sie, dass das Bündnis die Forderungen akzeptiert, an der türkisch-syrischen Grenze eine türkische Sicherheitszone einzurichten, die den gesamten Norden Syriens umfasst, nicht den Teil von Idlib und seiner Nachbarschaft, und dass die Länder des Bündnisses einen Beitrag leisten dieses Projekt zu finanzieren und politisch zu unterstützen, solange Washington Investitions- und Finanzierungsprogramme im Einflussbereich der „YPG“ anbieten kann.
Weiterhin fordert Ankara ein echtes westliches Engagement zur Beschleunigung der politischen Lösung in Syrien. Eine weitere türkische Forderung könnte darin bestehen, die aktiven westlichen Hauptstädte zu bewegen, die türkische Bemühungen an der Vermittlungslinie zwischen Moskau und Kiew zu unterstützen, in dem sie die Situation der Ukraine Krise auszunutzen, und die Fronten noch mehr verhärten.
Die türkische Hauptstadt wartet auf die Ankunft der schwedischen und finnischen Delegationen, wünscht sich aber scheinbar vor allem einen direkten türkisch-amerikanischen Dialog zu all diesen Themen.
Ankara meint, dass die Regel der Einstimmigkeit, jedes neue Mitglied der Allianz aufzunehmen, ihm das Recht gibt, Forderungen zu stellen und ein Veto einzulegen.
Moskau wiederum meint, dass sich die Welt nach der Entscheidung, den Beitritt Schwedens und Finnlands zur NATO zu akzeptieren, radikal verändern wird.
Schweden und Finnland werden durch die große westliche Unterstützung für sie, in der Entscheidung dem Atlantik beizutreten, gestärkt, und sie geben den Ball an die anderen Bündnispartner ab, die sich mit den türkischen Forderungen und Bedingungen auseinandersetzen.
Ankara will erreichen, was es fordert, was für alle anderen Beteiligten schwierig und kostspielig wird.
Das Szenario, in das sich niemand reindenken möchte, sind die Wechselwirkungen der „verbotenen Liebe“ zwischen Ankara und Moskau, wenn die russischen Angebote und Geschenke größer und wichtiger sind als das, was Schweden, Finnland und das Bündnis als Ganzes der Türkei anbieten kann.
Genau wie bei früheren türkisch-russischen Abkommen in Sachen Syrien, Qarabach, und Westlibyen vor ein paar Jahren. Die Türkei und ihre Führer ergreifen immer mit Pragmatismus die Chance, solch heiklen Situationen und Situationen auszunutzen.
Es gibt politische Möglichkeiten, wie es zur Zeit der Fall ist, die den Staaten möglicherweise nie wieder zur Verfügung stehen, in denen sie betreffende strategische Züge beschließen können.
Aber das, was die Türkei tut, tendiert eher zu einem Prozess, auf die Haltungen und Strategien des Westens dagegen zu reagieren.
Eine Dramatik, unter der vor allen Dingen der amerikanische ältere Bruder, nämlich an dem Zustand regionaler „Rebellion“ gegen seine Entscheidungen und seine Politik, leidet.







