Seitdem die Huthi Miliz im September 2014 die Stadt Sanaa eingenommen hat, herrscht ein gewaltsamer Krieg im Jemen, bei dem es vor allem um die Machtverteilung im Land, wertvolle Ressourcen, aber auch religiöse Fragen geht. Mehr dazu kann man im Artikel „Wie die Huthi den Jemen in eine Krise stürzten“ , nachlesen.
Leittragende sind vor allem die Bürgerinnen und Bürger im Jemen. Neben mangelnder Versorgung der gesamten Bevölkerung, stehen auch Entführungen, Folter sowie Rekrutierung von Kindern für kriegerische Zwecke an der Tagesordnung der Huthi.
Rekrutierung von Kindern:
Laut der Menschenrechtsorganisation Euro-Mediterranean Human Rights Monitor rekrutierten die Huthi während des Krieges mehr als 10.000 Kinder. Dafür wurde eigens eine Kampagne gestartet und Ausbildungslager errichtet. Die Huthi nutzen die extreme Armut im Land aus und wenden sich an arme Familien, die ihre Kinder für Geld weggeben. Aber auch auf Seiten der Allianz sollen bis zu 55 Kinder rekrutiert worden sein.
Insbesondere die Huthi Miliz soll Probleme haben neue Kämpfer zu rekrutieren und so greifen sie auf Kinder zurück.
Angriffe auf Zivilisten:
Die Huthi Miliz greift gezielt Zivilisten an, wobei mehrere Hundert Menschen ums Leben kamen. Mit dem Einsatz von Antipersonenminen in Dörfern und auf Landgut, Angriffe auf Krankenhäuser sowie willkürlicher Beschuss von Zivilisten mit Granaten und der Einsatz von Waffen mit geringer Treffsicherheit, versuchen sie ihre scheinbare Vormachtstellung zu demonstrieren.
Verhinderung humanitärer Hilfeleistungen:
Laut der UN litten im Jahr 2020 20 Millionen Menschen im Jemen an Nahrungsmittelknappheit, während 80 Prozent der Bevölkerung humanitäre Hilfe benötigte. Täglich sollen durchschnittlich rund 5000 Menschen an Cholera erkranken.
Die Huthi Miliz weigerte sich am weltweiten Waffenstillstand, der zugunsten der Bekämpfung der Corona-Pandemie verhandelt wurde, teilzunehmen. Parallel dazu meldeten die Rebellen nur einen kleinen Teil von Corona-Fällen, was auf ein Desinteresse an der Bekämpfung der Pandemie deuten lässt.
Aufgrund von stark eingeschränkten Finanzmitteln und der Behinderung von humanitären Hilfeleistungen sowie die Einmischung in solche mussten zahlreiche Kliniken geschlossen werden. Eine ausreichende medizinische Versorgung kann nicht mehr gewährleistet werden.
Des Weiteren blockierten die Huthi im Mai 2020 Schutz-Lieferungen der WHO, die zum Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden sollten.
Verhinderung der Presse und Meinungsfreiheit:
Die westliche Welt verfügt kaum über Berichterstattung aus dem Jemen. Journalisten und Journalistinnen wird es sehr schwer gemacht. Man benötigt erst eine Handvoll Genehmigungen, um im Land recherchieren zu dürfen. Darüber hinaus wird Meinungsfreiheit durch Entführungen, Folter und Inhaftierungen so gut wie unmöglich gemacht.
Menschenunwürdige Verhältnisse in Huthi Gefängnissen:
In Huthi Gefängnissen, welche meistens inoffiziell sind, werden den Insassen, neben prekären Platzverhältnissen und schlechten hygienischen Bedingungen, auch medizinische Versorgung verwehrt.
Menschenunwürdige Bedingungen in Flüchtlingslagern:
Menschen, die aus umkämpften Huthi Regionen fliehen konnten, sitzen in Flüchtlingscamps fest. Die Unterkünfte bestehen zum größten Teil aus einfachen Stoffbahnen. Mehrere Tausend Menschen teilen sich eine Toilette und Trinkwasser ist knapp. Kinder und Frauen schützen ihre Haut mit purem Lehm vor der Sonne. Humanitäre Hilfen erreichen die Lager nicht.
Diskriminierung:
Menschen werden aufgrund ihrer politischen oder religiösen Zugehörigkeit inhaftiert und verhaftet.
Darüber hinaus sind Menschen mit Behinderung sowie Migranten und Migrantinnen schlimmster Ausgrenzung, Gewalt und Stigmatisierung ausgesetzt. Ihnen wird entsprechende Hilfe, beispielsweise zum Schutz vor Corona und Zugang zu Asylverfahren, verwehrt. Außerdem werden Migrant*innen in Gefängnissen unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten oder abgeschoben.
Die humanitäre Situation im Jemen ist katastrophal. Mit den entfachenden Konflikten im Jahr 2015 und der noch immer anhaltenden Corona Pandemie, verschlechterte sich die Situation weiter. Durch wirtschaftliche Blockaden steigen die Preise und somit auch die Armut. Der UN-Sicherheitsrat spricht von der schlimmsten humanitären Krise der Welt, die es so schnell wie möglich zu beenden gilt.







