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Was im Sudan verschwiegen wird

A. Skyde

Die Befürchtungen, dass der Sudan in bewaffnete Auseinandersetzungen, Gewalt und Krieg abgleiten könnte, hat sich mittlerweile für viele zu einem wichtigen Thema des Landes entwickelt. Es bereitet Sorgen, wenn man sich des Ausmaßes und der Gefahren bewusst wird, denen das Land intern und extern ausgesetzt ist.

Die Gespräche über diese Befürchtungen, nahmen nach dem Putsch vom 25. Oktober zu.

Die Situation eskalierte, Spannungen verschärften sich.

Die Revolution sieht sich einer Situation gegenüber, die nicht für allen früheren Revolutionen üblich war. Es gibt inzwischen eine großzügigere Verteilung von Waffen außerhalb der Streitkräfte und eine Beteiligung der Rapid Support Forces und andere bewaffnete Bewegungen, die eigentlich beim letzten Putsch ein Friedensabkommen unterzeichneten.

Es könnte, angesichts der fragilen Sicherheitslage im Land und der Spannungen in allen Bereichen, in ein Gewaltszenario abgleiten.

Dies veranlasste auch interne und externe Parteien, nach einer Formel für die Fortsetzung der Partnerschaft zwischen der militärischen und der zivilen Komponente zu suchen.

Einige riefen dazu auf, interne Aussöhnungen vorzuschlagen. Andere erinnerten an die Ereignisse beispielsweise in Südafrika oder Ruanda, obgleich es natürlich trotz der Vergleichsbemühung klaren Unterschiede gibt.

Man könnte sich die Fragne stellen: Ist eine Partnerschaft notwendig?

Und mit wem sind Sie notwendig, nachdem sich die militärische Komponente dagegen gewendet hat?

Partnerschaft ist nicht zwingend notwendig.

Die sicherste Regel ist, dass sich die Armee aus dem Sumpf der Politik fern hält, der dem Land und der Armee selbst geschadet hat, sie von ihren grundlegenden Aufgaben ablenkt und sie anfällig für parteiische Interaktionen und Infiltration macht.

Angesichts der Komplexität der aktuellen Situation, scheint es jedoch nicht so zu sein, dass die Führer der militärischen Komponente die Herrschaft freiwillig abgeben werden.

Sie haben nicht einmal die Übergabe des Vorsitzes des ehemaligen Souveränen Rates an Zivilisten sichergestellt, sondern schienen besorgt über die Eskalationsatmosphäre um sensible Akten, wie die >Ermittlungen des Empowerment Removal Committee< oder des Untersuchungsausschusses zum >Massaker The Sit-in< oder die >Darfur-Kriegsakten<, die auch vom Internationalen Strafgerichtshof geprüft werden.

In dieser Situation kann der Sturz der Militärkomponente durch Demonstrationen oder sogar ein weiterer Militärputsch viel Blutvergießen bedeuten, vor allem angesichts der Präsenz bewaffneter Bewegungen, die den Putsch unterstützen.

Um dies zu vermeiden braucht es kommunikatives Geschick und Klugheit, um die Führer der militärischen Komponente davon zu überzeugen, die Macht im Gegenzug für Garantien an Zivilisten abzugeben.

Diese Formel der „Versöhnung“ wird eventuell eine Tür öffnen, um Brücken zwischen den Menschen und ihren Streitkräften wiederherzustellen, die ein Schutzschild bleiben, das das Land braucht.

In diesem Verständnis ist es wichtig, dass einige die regulären Streitkräfte nicht mehr missbrauchen.

Die Streitkräfte dürfen, da sie Teil dieses Volkes sind, nicht alle für die aufgetretenen Übertretungen verantwortlich gemacht werden.

Es gibt noch einen weiteren, ungelösten Kampf, der keine Stabilität für den Sudan erreichen wird und nur die Möglichkeit der Gewalt übrig bleiben wird:

Es ist der Kampf um die Liquidierung von Milizen und den Wiederaufbau der Armee.

Endziel wäre: nur Waffen in den Händen der regulären Streitkräfte und eine Armee mit systematischer Doktrin, die auf dem Schutz des Heimatlandes basiert.

Das Friedensabkommen von Juba war voller Mängel und wurde zu einem Problem, das die Situation weiter verkompliziert.

Die Unterzeichner auf der Seite der Regierung hatten bestenfalls einen kurzen Blick oder schlimmstenfalls das Kalkül, die Machtergreifung über die Interessen des Landes stellten.

Was die bewaffneten Bewegungen betrifft, so stellte sich heraus, dass die meisten von ihnen, nicht die Denkweise derjenigen mitbrachten, die Frieden wollen.

Die Waffenbewegungen schienen Khartum als Feind und Macht als Trophäe zu betrachten. Sie weigerten sich, für den Frieden wirkliche Zugeständnisse zu machen, aber engagierten sich stattdessen bei Rekrutierung und Aufrüstung, stellten Forderungen nach Forderungen und weigerten sich, die Marginalisierung des gesamten Sudan zu akzeptieren.

Warum sich die Führer dieser Bewegungen mit der militärischen Komponente und mit ihrem alten Feind „Rapid Support“ verbündeten, kann man auf zwei Gründe zurückführen.

Der erste ist, dass sie tatsächlich Angst vor demokratischen Wahlen haben und sehen, dass sie ihnen nicht das Gewicht verleihen, von dem sie träumen.

Die zweite ist, dass Waffen für sie zu einer enormen Quelle des Einflusses und auch zu einer Geldquelle geworden sind, nachdem sie ihre Bewegungen in Söldnerkräfte verwandelt haben, die in Libyen kämpfen.

Mit dem Wachstum von Reichtum und Macht nahmen die Ambitionen zu, die Interessen gingen auseinander, und ihr Führer, Muhammad Hamdan Dagalo (Hemedti), und sein Stellvertreter und Bruder Abd al-Rahim begannen, ihre politischen Ambitionen auszuweiten.

Angesichts der Realität dieses wachsenden Einflusses hat Hemedti ausdrücklich jede Rede von einer vollständigen Integration seiner Streitkräfte in die Armee zurückgewiesen und mehrere Rechtfertigungen geäußert.

Darunter auch seine Aussage: „Ich brauche die schnelle Unterstützung meines Rechts. “

Den „Rapid Support Forces“ wird vorgeworfen, am Verbrechen in Darfur, an der Tötung von Demonstranten und an dem Verbrechen der Auflösung des Sitzstreiks im Juni 2019, beteiligt gewesen zu sein.

Die Bearbeitung dieser Akten münden in zwiefacher Möglichkeit:

Entweder endet es vor lokalen und internationalen Gerichten, und führt zu Sanktionen gegen die Führer der „Rapid Support“, oder es kommt zu einem Versöhnungsprozess, bei dem diese Akten, im Austausch gegen die vollständige Eingliederung der Streitkräfte, geschlossen werden.

Der Sudan durchlebt eine gefährliche und heikle Phase, und um sie zu überwinden, ist es notwendig, diese komplexen Probleme zu hinterfragen und miteinander offen darüber zu sprechen, so schwierig das auch erscheinen mag.

SourceA. Skyde
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